Oh mein Gott! : Wir sind Colin Crouch auf dem Leim gegangen!

Sauer und Kohl entschuldigen sich (bei all denen, die unsere Kolumne ohnehin nicht lesen), denn wir haben Colin Crouch und das Buch „Postdemokratie“ gelobt.  Jetzt mussten wir von der Bertelsmann Stiftung erfahren: Das Buch ist böse und noch schlimmer: Populistisch!!!

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Sauerundkohl

Die Bertelsmannstiftung hat den Populismus untersucht. Populist ist man zum Beispiel, wenn man glaubt, dass es in diesem Land eine politische und ökonomische Elite, ein „Establishment“ gäbe, das das staatliche Handeln wesentlich bestimmt und Wahlen eigentlich nur wenig beeinflussen.  Groteste Idee! Ordentliche Menschen sehen das nicht so, sagt Bertelsmann. Die Bertelsmänner gehören vielleicht auch ein bisschen zum neoliberalen Establishment und sehen die Welt aus einer etwas anderen Perspektive.

Betrachtet man Banken- und Dieselskandal, das langweilige Dahinregieren der großen Koalition, dass es die Vermögenssteuer nicht einmal ins Wahlprogramm der SPD schafft,  und die zunehmende Spaltung von Arm und Reich, könnte man ja fast den Verdacht haben, da sei was dran am Einfluss des Establishments. Auch Colin Crouch, den wir für sein Buch „Postdemokratie“ mal ausdrücklich gelobt haben, sieht das  so und begründet das ausführlich, kriegt dafür sogar einen SPD-nahen Buchpreis (gut,- das macht uns wirklich etwas skeptisch) und  ist also ein mieser Populist.

Im Populismus sammelt sich das Böse: Jeder Art von Skepsis gegenüber Staat und Wirtschaft ist, so scheint es, populistisch.  Dann ist man ganz schnell mit den Neonazis im gleichen Topf. Deckel drauf auf basta!

Endlich wieder ein dummer Begriff damit dumme Leute  der Gefahr aus dem Weg gehen, differenziert (das ist das mit „pro und contra“) argumentieren zu müssen. Begriffe statt Inhalte.

Deshalb ist es Sauer und Kohl (und wahrscheinlich auch Herrn Crouch) ziemlich scheißegal  mit welchen Begriffen diese  Hohlköpfe um sich werfen.

 

Der Mensch als Nutztier – Warum Staatssekretäre keine Eier legen

Stolzerfüllt präsentieren Sauer und Kohl einen weiteren Gastautor! Bronsky Landmann mit seinem Beitrag: Der Mensch als Nutztier

Mit Bronsky Landmann, unserem Spezialisten für Mensch und Tier, kommen wir der wirklichen Welt wieder einen wesentlichen Schritt näher!

Bronsky Landmann, Referent bei Bauernverband Mittelfranken,  (Bild folgt) erklärt uns heute eine weitere Facette des Menschen: Seine Eignung als Nutztier.

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Bronsky Landmann Unser Fachmann für Nutztierhaltung

Grundsätzlich legt der Mensch keine Eier. In der Regel hat er außerdem keine Federn und wird zur Gattung der Säugetiere gezählt. Die Ähnlichkeiten mit dem Huhn halten sich also in Grenzen: Der Mensch gackert selten,  Mensch und Huhn können nicht fliegen.

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Vom Huhn – wir konzentrieren uns heute auf das Legehuhn, mit dem Brathuhn beschäftigen wir uns später –  wissen wir aus dem frühen deutschen Schlager, dass es niemals ins Büro muss, nicht viel zu tun hat, außer Eierlegen, und seine Produktionsleistung besonders gerne am Sonntag erbringt, weil es da „sogar 2“ Eier legt. Auch hier ähnelt das Huhn dem Menschen nicht.

Das Huhn muss häufig unter wenig erbaulichen und beengten Bedingungen leben und produzieren. Das nennt man Legebatterie  oder Massentierhaltung. Auch der Mensch produziert und lebt mitunter in wenig erbaulichen Bedingungen. Das heißt dann Großstadt (beengt) oder Callcenter (beengt und wenig erbaulich). Von Massenmenschhaltung wird hingegen eigentlich nie gesprochen.

In der Großstadt verbringt der Mensch seine Zeit mit U-Bahn fahren, im Stau stehen und der Pflege seiner Neurosen. Ob Hühner Neurosen haben, ist nicht bekannt, aber bei den dargestellten Arbeitsbedingungen wahrscheinlich. Das Huhn reagiert auf die Arbeitsbedingungen dadurch, dass es Feder verliert. Das kann der Mensch nicht, weil er keine hat. Er streikt gegebenenfalls oder bekommt einen burn out.

Während das Huhn vom Menschen ausgebeutet wird, beutet sich der Mensch nicht mehr selbst aus. Das war früher und hieß“ Manchesterkapitalismus“. Heute wird der Mensch als Produktionsfaktor effizient eingesetzt.

Das ist etwas grundlegend anderes, wird auch  als „optimale Allokation der Ressourcen“ bezeichnet, und ist richtig, weil es wirtschaftlich rational ist.

Wenn ein Huhn keine Eier mehr legt, bekommt es einen Stromschlag und wird dann weiterverwertet. Der Mensch kann unter eher normalen Bedingungen so bis sechzig  arbeiten, muss dann aber weitermachen wegen der Rente. Einen Stromschlag bekommt er nach Ende seines Produktionslebens bisher nicht.

Auf Stress reagieren Mensch und Huhn  gerne mit Herzversagen. Beim Huhn ist das schlecht wegen der Produktionsleistung, die dann unerwartet abbricht. Beim Menschen ist das wegen der Rentenkasse und aus volkswirtschaftlicher Sicht ein sehr interessanter Weg.

Grundsätzlich hat das Huhn eine sehr kurze Ausbildungszeit. Es beherrscht die auszuübende Tätigkeit früh und ohne Anleitung. Beim Menschen erfordert es hingegen eine kostenintensive und lange Anlernphase bis er, sagen wir mal, als Staatssekretär oder Gartenbaugehilfe seiner Tätigkeit nachgehen kann.

Der Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt ist bei Hühnern und Gartenbaugehilfen unzweifelhaft. Auch bei Staatsekretären ist bekannt, dass sie keine Eier legen können und fast immer in Großstädten leben. Die  Bewertung ihrer Produktionsleistung wird zumeist postum vorgenommen und fällt in der Regel ernüchternd aus. Im Gegensatz zu Huhn und Gartenbaugehilfe geht der Staatssekretär früher in den Ruhestand oder in die freie Wirtschaft. Dort wirkt er unter hohen Bezügen netzwerkend und heilsbringend.

Während ein Huhn so circa 280 Eier pro Jahr legt, schafft ein Staatssekretär in diesem Zeitraum durchschnittlich 160 Aktennotizen und die Mitwirkung an zwei Gesetzesvorlagen1).

In Deutschland gab es 2016 ca. 40 Millionen Hühner, die immer mehr in Bodenhaltung und weniger im Käfig arbeiten und 12 Milliarden  Eier legten. Laut dem Bund der Steuerzahler gibt es aktuell 33 Parlamentarische Staatssekretäre und weiter eine  ganze Reihe beamteter Staatssekretäre, die  in Großstädten leben.  Diese stehen sich laut dem Bund der Steuerzahler ständig gegenseitig im Weg und das führt zu „Rangeleien und Komplikationen“ und ist außerdem teuer.  Eine Käfighaltung bei Staatssekretären könnte derartige Rangeleien vermeiden helfen, ist aber dennoch nicht vorgesehen.

Die meisten Staatssekretäre gibt es in Berlin. Das ist aber nicht der Grund, warum Berlin besonders arm, nachlassend sexy und führend im Bereich vergeigter Großprojekte  ist; könnte zur Erklärung aber signifikant beitragen.  Ab September gibt es in Berlin auch noch mehr Bundestagsabgeordnete, die nicht in Käfighaltung gehalten werden, keine Eier legen und auch mitunter neurotisch sind. Auch bei Neurosen liegt Berlin deutlich vorn. Dafür gibt es in Berlin auffallend wenig  Hühner. Brathühner gibt es dort schon, aber damit wollen wir uns, wie bereits oben gesagt, später beschäftigen.

Vgl.: Bong, Hans-Jürgen: Die Leistungsbeurteilung bei Staatssekretären; Schriftenreihe für das gesamte Formularwesen, 11/2015; S. 233 bis 235

KLASSENKAMPF!

Ein weiterer Gastbeitrag von Leberecht Lottermann, unserem Spezialisten für ein Leben in Leistungsgerechtigkeit !!!

Leberecht Lottermann, Herausgeber von Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft“ erklärt uns heute den Begriff „Klassenkampf“

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Leberecht Lottermann (Hrsg.)

„Klassenkampf“

Der Begriff „Klassenkampf“ ist ein Teil der Neidparole, die über 150 Jahre lang die Diktion unserer leistungsabgewandten Neidgesellschaft prägte,  gaukelt er doch wenig gefestigten und häufig ebenso wenig leistungsbereiten Zeitgenossen seit jeher vor, es gäbe Unterschiede zwischen sozialen Gruppen, die ungerechtfertigt und deshalb bekämpfenswert seien.

Seit Marx und Engels wird die Fahne dieses vermeintlichen Gerechtigkeitsdedusels, verbunden mit der grotesken Idee einer internationalen Arbeiterklasse, immer dann ins sozialpolitische Feld geführt, wenn es darum geht, den Leistungsträgern ans hart Ersparte zu gehen und „umzuverteilen“, sprich:

Raubend und brandschatzend, z.B. durch Vermögens-, Spitzensteuer und andere verballhornte Ideen den Faulen zu geben und den Strebsamen zu nehmen!

Doch spätestens seitdem sich die „Sozialdemokatische Partei Deutschlands“ unter Gerhard Schröder zu leistungsgerechten Weg bekannt hat, ist es mit dem paritätischen Gesäusel vorbei. Nur hin und wieder hebt ein barttragender Buchhändler oder ein vom Wege abgekommener Bankier zum leisen und auch nicht wirklich ernst gemeinten Winseln nach „Gerechtigkeit“  an, um die letzten labilen und debilen Wähler zu verschrecken, wird dann aber Flux durch einige verlorene Wahlen auf den von Diäten gepolsterten Kuschelplatz hinterm Herd zurück verwiesen.

Fassen wir es klar ins Auge:

Global ist der Wettbewerb und die internationale Arbeiterklasse hat nur eine Aufgabe: Als Produktionsfaktor funktionieren und konsumieren. Dann klappt es auch mit Eigenheim, Zweitwagen und dreimal im Jahr Urlaub. Ansonsten: Globalisierung! Und weg ist das kleine Glück und der Arbeitsplatz.

Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, bedeutet „Klassenkampf“: Den Kampf des Produktionsfaktors Arbeit um das größte Stück vom Kuchen. An sonsten: Schnauze halten und dankbar sein!

Denjenigen, die immer wieder „mehr“ von den leistungstragenden Spitzen der Gesellschaft fordern sei zugerufen: Wir spenden genug!

DER MARKT – Leberecht Lottermann hilft!

Wiederum ist es uns gelungen, Leberecht Lottermann, den Herausgeber von „Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft“ zu einem Gastkommentar zu überreden. Diesmal hilft uns Herr Lottermann dabei ein „basic“ unserer Leistungs-gesellschaft besser zu verstehen: Den Markt!

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Leberecht Lottermann

Auf dem Markt treffen Angebot und Nachfrage zusammen und gleichen einander gegenseitig aus. Dies führt zu Preisbildung und Wohlstand. Deshalb sind Märkte als zentrales Steuerungselement für eine Marktwirtschaft von erheblicher Bedeutung.

Es gab früher auch noch Planwirtschaft. Diese wurde im Rahmen der Wiedervereinigung 1989 abgeschafft, da sie zu suboptimalen Ergebnissen führte und zudem dazu neigt ein Überangebot an Kindertagesstätten aufzubauen und Mauern und Selbstschussanlagen zu errichten.

Marktwirtschaften produzieren auch Selbstschussanlagen. Das nennt man Rüstungsindustrie. In Marktwirtschaften werden diese Selbstschussanlagen seltener gegen die eigene Bevölkerung gerichtet sondern an andere Staaten verkauft, die diese dann wiederum gegen die eigene Bevölkerung oder die anderer Staaten richten.

Zu einer Überproduktion an Kindertagesstätten neigen Marktwirtschaften nicht. Das wäre nicht wirtschaftlich, sondern sozial und wird in modernen Industriegesellschaften zusehends vermieden.

Auf Märkten bilden sich Preise. Der Markt wird geräumt. Angebot und Nachfrage gleichen sich zu einem Preis x aus.

Dabei kann es sein, dass der eine oder andere Anbieter, weil zu teuer, seine Produkte nicht verkaufen kann, weil zum angebotenen Preis keine ausreichende Nachfrage existiert. Diese Anbieter nennt man Grenzanbieter. Sie müssen den Markt leider verlassen. Das nennt man dann bankrott.

Dieses Phänomen ist ähnlich auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten. Hier bieten die sogenannten Arbeitnehmer den Arbeitgebern  ihre Arbeitskraft an.

Ist man über 50 oder mangelhaft qualifiziert, wird dieses Angebot nicht angenommen. Das nennt man dann Arbeitslosigkeit. Der Arbeitnehmer steht hier mit seinem Angebot im Wettbewerb mit Maschinen, die die gleiche Arbeit verrichten können. Die Arbeitgeber suchen bei der Produktion von Waren und Dienstleistungen nach der“ optimalen Faktorkombination“ oder „optimalen Allokation der Ressourcen“ (G-> max).

Da kann es dann schon mal passieren, dass Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt werden. Maschinen werden nicht krank, gründen keinen Betriebsrat, haben keinen Urlaubsanspruch und erwarten auch keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wird menschliche Arbeit durch Maschinen substituiert, bezeichnet man das als Rationalisierung oder Industrie 3.0.. … oder 4.0 oder Wunder was dann kommt.

Die betroffenen Arbeitnehmer werden dann im Rahmen von Sozialplänen freigesetzt, mitunter wird auch noch das böse Wort „entlassen“ verwendet. Sie fallen dann, weil nicht leistungsbereit,  dem Sozialstaat zur Last. Dieser wird auch als soziale Hängematte bezeichnet, weil man dann Harz 4 bekommt nachdem man seine Lebensversicherung und das Eigenheim verkauft hat.

Es kann auch sein, dass ein Nachfrager auf dem Markt nicht zum Zuge kommt, weil er nicht bereit ist einen angemessenen Preis für das angebotene Produkt zu bezahlen. Dieses Verhalten nennt man Geiz oder Armut.

Trotz der oben beschriebenen, bedauerlichen Nebeneffekte sind Freiheit und Marktwirtschaft handlungsleitende Prinzipien auch der Politik. Grundsätzlich gibt es eigentlich nichts, was der Markt nicht optimal regeln kann, wenn man ihn nur lässt. Dafür müssen die Marktteilnehmer vor allem frei handeln können.

Den Staat braucht man eigentlich nur für Polizei, Feuerwehr, Straßenbau und zur Senkung von Unternehmenssteuern. Die neuere Volkswirtschafts-lehre, insbesondere die Chicagoer Schule, ist der Meinung, dass „der Markt“ Polizei, Feuerwehr und Straßenbau auch viel besser kann, als die Politik. Hieraus ergeben sich unter dem Stichwort Privatisierung und PPP (Public-Private-Partnership) neue und aufregende Betätigungsfeld für Betriebswirte, beispielsweise in der effizienzorientierten Neuausrichtung von Behindertenwerkstätten, Kindergärten und Krankenhäusern.

So denn! Ökonomen aller Länder! Eifrig voran!

Lasst uns nicht ruhen bevor der letzte Pflegeplatz optimiert, die letzte Kita rationalisiert, das letzte Krankenhaus leistungsoptimiert, die letzte Wohnungsbaugenossenschaft privatisiert  ist !

Pecunia non olet !!

GEWINN – was gibt es schöneres?

Ab jetzt hilft Leberecht Lottermann (Foto unten), Herausgeber von „Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft“, uns dabei, die Welt zu erklären.

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Leberecht Lottermann

Leberecht Lottermann ist Mitbegründer des „Instituts für Leistung und Sicherheit“ und ein intimer Kenner und Verfechter echter, freiheitlichen Ordnung. Kaum einer prangert die staatlichen Beschränkungen wahren Unternehmertums so offen an, wie er.

Leberecht Lottermann wird uns in seinen Gastbeiträgen die Augen öffnen für die wahre Welt der Wirtschaft. In seinem ersten Beitrag widmet er sich dem zentralen Element marktwirtschaftlicher Orientierung: Dem Gewinn. Der Betrag ist der aktuellen Ausgabe seines Lexikons entnommen.

Gewinn, der

aus Lottermann, Leberecht (Hrsg.): Lexikon der Leistungsgesellschaft; DD Verlag, 3. korr. und erg. Aufl.; Entenhausen, 2016

Eine zentrale Triebfeder marktwirtschaftlichen Handelns ist die Gewinnerzielungsabsicht bzw. das Ziel der Gewinnmaximierung. Der Begriff „Gewinn“ – Jahresüberschuss nach Steuern – und seine Bedeutung für das Wirtschaftsleben  wurde bereits in den vorangegangenen Beiträgen hinreichend würdigt.

Bei der Gewinnerzielung stören die Kosten, diese gilt es mit aller zur Verfügung stehenden unternehmerischen Entschlossenheit zu reduzieren, und mitunter der zu geringe Umsatz.

Eine Vorstufe des Gewinns, häufig auch als alternative Messgröße bezeichnet, ist das Ebitda „earnings before interest, taxes, depreciation and amortization“. Insbesondere in der Formulierung  „“before taxes“ erkennen wir geschulten Auges wiederum den schändlichen, unternehmerischen Leistungswillen grob hemmenden, fiskalen Einfluss. Die Phrase „before taxes“ bringt, wie kaum eine andere,  die Tragik unternehmerischen Handelns zum Ausdruck, versinnbildlicht den Sisyphos im modernen, unternehmerisch handelnden Manager:

Beseelt von übermenschlichem Schaffenswillen, schöpferischer und gleichzeitig zerstörerischer Kraft (Schumpeter) und dem uneigennützigen  Willen zur Volksbeglückung durch Konsum wird unseren Helden der Marktwirtschaft kurz vor dem Ziel (Jahresbilanz und Bonuszahlung/ Gewinnausschüttung)  die Frucht ihres nimmermüden Schaffens jäh vom Fiskus entrissen, der skrupellos und gierig, den zähnefletschenden Zerberus der Unternehmensbesteuerung auf unsere schon müde gewordenen Helden hetzt.

Die erpresste Beute wird dann dem trägen und opulent -verschwenderischen Sozialstaat übereignet, der schließlich, zum Zwecke die Wiederwahl der Regierenden, sein Füllhorn über die gesellschaftlichen Randgruppen vom Stamme Nimm ausschüttet. Während dem ich diese Zeilen schreibe, rieche ich förmlich Moder, Fäulnis und Dekadenz.

Ebenso wird eine große Zahl von Menschen, die Jahr für Jahr ihr kärgliches Erspartes in risikobehaftete Dividendenprodukte investieren um die Wirtschaftsentwicklung voran zu treiben durch Kapitalertrags- und Spekulationssteuer nahezu vollständig um den Lohn ihrer Arbeit gebracht.

Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass eine nicht unerhebliche Reihe unternehmerisch denkender Bürger und Bürgerinnen versucht derart schändlichen Machenschaften zu entgehen und gezwungen ist, entweder den eigenen Standort oder den ihrer finanziellen Mittel ins Ausland zu verlegen.  Häufig verwendet eine verleumderische, linke  Journallie im Kontext derartigen, verzweifelten Handelns den Begriff „Steuerbetrug“ oder „Steuerhinterziehung“. Tatsächlich handelt ich um einen verzweifelten Versuch sich der Nötigung durch eine staatlicher  Fiskalpolitik, die raubend und brandschatzend das Volksvermögen schleift, zu erwehren.

Die vordergründige und gewohnt unreflektierte Meinung einer kleinen Gruppe neidischer Schreiberlinge. Die Elite unseres Landes ist gezwungen ihr hart erarbeitetes Vermögen vor den Übergriffen eines dem Wahnsinn an Heim gefallenen, leistungsfremden  Verteil- und Sozialstaates zu schützen. Derartige Nötigungen sind es doch, die unsere Gesellschaft zusehens zerrütten, den Leistungswillen und die schöpferische unternehmerische Kraft der Spitzen unserer Gesellschaft  zum Erlöschen bringen.

Vergessen wir nie: Die Gewinnerzielungsabsicht ist Triebfeder, Mutterboden und handlungsleitende Maxime unseres gemeinsamen Wohlstands!

Neid – Sauer und Kohl erklären die Welt

Neid ist ein in unserer Gesellschaft weit verbreitetes und kategorisch abzulehnendes Phänomen.

Neid bedeutet, dass man gerne das hätte, was der Andere hat. Grundsätzlich hat der andere das, was er hat, ohnehin nicht verdient. Deshalb sind, laut Sartre, die Anderen ja auch immer die Hölle.

Am weitesten verbreitet ist der Neid auf Vorstandsgehälter. Vorstände, allen voran die Vorstandsvorsitzenden, arbeiten 400 Tage im Jahr und 180 Stunden in der Woche. Sie haben einen Blutdruck von mindestens 280 zu 200 und eine durchschnittliche Lebenserwartung von 44 Jahren. Es werden aber durchaus auch ältere Exemplare gesichtet.

Der durchschnittliche Vorstandsvorsitzende muss 3 Ex-Ehefrauen mit durchfüttern, mehreren Kindern aus mehreren Ehen teure Internate finanzieren, sich mehrmals jährlich vor dem Aufsichtsrat und einmal vor der Hauptversammlung rechtfertigen und ist immer an allem schuld. Das nennt man Gesamtverantwortung. Dies allein rechtfertigt schon ein siebenstelliges Gehalt. Vorstandsvorsitzende haben außerdem eine hohe gesellschaftliche Verantwortung für den Sharehold Value.

Frauen sind in Vorständen selten anzutreffen. Allenfalls als Personalvorständin . Sie verdienen auch hier schlechter als ihre männlichen Kollegen und verletzen damit keine über Jahrzehnte etablierten Traditionen. Man ist Vorständinnen gegenüber deshalb weniger neidisch hinsichtlich der Bezüge, ist aber grundsätzlich skeptisch, was sie da oben im Vorstand überhaupt verloren haben und nennt sie dann Quotenfrauen.

Überlebt ein Vorstand sein Mandat wird er Aufsichtsrat oder Golfspieler. Er lebt dann vom kargen Ersparten und schreibt seine Memoiren.

Ein weiterer betriebswirtschaftlich relevanter Aspekt des Neids ist der Bandwaggon Effekt. Das bedeutet, dass man gerne kauft, was andere haben. Das ist besonders schwierig, wenn man als Postbeamter zum Beispiel neben Christiano Ronaldo wohnt. Aber das kommt selten vor. Normalerweise bleibt man unter Seinesgleichen. Ronaldo bei Ronaldo und Postbeamte gibt es ohnehin kaum mehr.

Wenn man also immer mehr haben will als der Nachbar, lebt man in tätiger Unruhe. Diese wird als positive Konsumstimmung von den Wirtschaftswissenschaften geschätzt. Wäre ja noch schöner, wenn man einfach mit dem zufrieden wäre, was man hat.

Jammern hilft!

Motivationspsychologen und Trainer haben sich seit Jahrzehnten geirrt. Das Glas ist halb voll? Mit dem Positiven beginnen? Von wegen!

Im Pessimismus liegt das heil! Jammern hilft.

Vorbei die Zeiten, als wir nur Herausforderungen kannten und keine Probleme! Her mit dem Problem: Endlich was um d`ran, d`rauf und d`runter zu leiden! Heulsusen sind die neuen Helden und Heldinnen einer mit Optimismus völlig überladenen Zeit. Das Schlagwort: Frustrationsmaximierung!

Also dann los! Von wegen: „Da hilft kein Klagen!“!

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Wir wissen wie Welt geht

Die SPD sucht ihren Markenkern

April 2017: Und wieder sucht die SPD ihren Markenkern. Kurzzeitig glaubte man der große (eigentlich der kleine) Charismatiker Martin Schulz würde im Alleingang die sozialdemokratische Welt retten.

Dann hat man sich aber statt für „Gerechtigkeit“ für eine möglichen Koalition mit der FDP entschieden und das war`s: Gerechtigkeit – noch dazu soziale – und die FDP ? Schon gehen den Umfrageergebnissen der Sozen die Luft aus und die Kanzlerin ist im direkten Vergleich wieder vorne.

Selber Schulz! Wenn man`s sowieso ganz sicher verkacken will, weil das mit dem Regieren ja auch echt schwierig ist, hätte man ja auch Hein Blöd zum Kanzlerkandidaten machen können. SAUERUNDKOHL gehen in die Politikberatung!

April 2016: Die SPD ist auf der Suche nach ihrem Markenkern. Sie scheint ihn verloren zu haben.

Gemerkt hat sie das daran, dass sie keiner mehr wählt,- zumindest nicht mehr viele, wenn nicht Persönlichkeiten wie Malu Dreyer den Markenkern ersetzen.
Die brand essence – wir bewegen uns ja hier im amerikanisch geprägten Marketing – ist „ a phrase that communicates the fundamental nature of a trade name …“ – A h ja: „A phrase“ und hat viel mit der unique selling proposition (USP) zu tun. Also damit, wie man sich am besten verkauft..

Parallel dazu merkt die ehemalige Partei der kleinen Leute jetzt, dass die unter einer SPD geführten Regierung durchgezogene Rentenreform bei den kleinen Leuten in wachsendem Maß zu Altersarmut führt und, dass ein immer stärkeres Auseinanderklaffen von Arm und Reich auch nicht gerade ein gelungener Leistungsnachweis für eine Partei ist, die früher mal für den „sozialen Ausgleich“ stand.

Mitunter hört man, dass mit dem Aussterben der Arbeiterklasse auch das Klientel der SPD und dann eben, als Spätfolge, die SPD selbst fast zwangsläufig den Löffel abgeben musste. Allerdings sind nur aus der geringsten Zahl von Arbeitern Couponschneider und Manager geworden: Die meisten arbeiten weiterhin,- jetzt in Call Centern und verdienen am „Dailer“ wie sprechende Legehennen ihr Geld im Accord oder verpacken für Internetkonzerne, die es tunlichst vermeiden, in den Ländern, von deren Kaufkraft sie profitieren, Steuern zu zahlen. Da wären doch ein paar USPs ?

Die brand management Berater haben hier ein breites Aufgabenfeld und schon lange die ersten Vorarbeiten geleistet, denn das Gespenst des Markenkerns geht schon länger um in der SPD.

In einem Papier aus dem Jahr 2010 der Kommission Grundwerte der SPD

https://www3.spd.de/spd-webapp/servlet/elementblob/10525599/content

konstatieren die Verfasser schon „Die SPD bleibt Volkspartei“. Weiter schreibt die Kommission Grundwerte damals schon

„Die Verteilungsspielräume einer expansiven Sozialstaats- und Staatsinterventionspolitik, die von den fünfziger Jahren bis Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Grundlage einer politischen Integration aller Gesellschaftsschichten durch Teilhabe am wachsenden gesellschaftlichen Reichtum war, sind entfallen und flexiblen, oft prekären Berufswegen gewichen. Die Kürzung sozialstaatlicher Leistungen verstärkt den Eindruck einer einseitigen Abwendung der Volksparteien vom Sozialstaatskonsens.“ Und weiter:
„Die unteren Schichten sind weiterhin der materiellen und sozialen Verschlechterung ihrer Lage ausgesetzt. Die Verluste der Volksparteien rühren vom Verlieren und Verfehlen dieser Wähler Schichten her.“

Folgende Schlüsse werden daraus gezogen

– „Die SPD muss wieder parteiischer werden“ … (das ist ihr seit 2010 nicht gelungen)
– „Vor allem streichen wir das Wort „alternativlos“ aus unserem Wortschatz!“ (Das auch nicht)

Es folgen noch die Punkte 3 und 4, die auch nicht viel erhellender sind, als die Erstgenannten.
Danach analysiert die Kommission Grundwerte erstmal – marketingtechnisch durchaus korrekt – ihren Markt. Welche Zielgruppen gäbe es denn? Wie groß sind diese? Wie kann man diese identifizieren und ansprechen? Bei der Zielgruppenansprache und der Kommunikationspolitik wird es dann aber schon eher vage …
Konsequent folgen wird sicher ein rebranding, eine Neudefinition des USP, eine SWOT Analyse, Vision, Mission und Strategie (besser strategy) werden erneuert (reshaped). Auf den roll out darf man darf gespannt sein, kann es aber auch lassen.
Die SPD scheint die Werte verloren zu haben, die Sie fast 150 Jahr begleitet haben. So, als wäre für diese Werte kein Platz mehr, denn, noch ein Zitat aus dem Papier der Kommission :
„Die Internationalisierung von Kapital und Wirtschaft setzt nationale Regelungen in Sozial- und Beschäftigungspolitik nachhaltig unter Druck.“ Und diesem Druck hat die SPD in beeindruckender Weise n i c h t Stand gehalten.
Stattdessen hat sie jetzt einen Markt zu bearbeiten.

Fränkische Ostern !!!

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Von

sauerundkohlmittext

Sauerundkohl

Upps! Da ist dem Kollegen KOHL doch glatt ein lokalpatriotisches Osterblättchen gelungen! Etwas früh, aber wir können`s brauchen, denn am Sonntag nachmittag geht`s rund im Frankenstadion (das nicht mehr so heißt) … und wir sind gute Gastgeber, denn wir wünschen dem Werksteam von der Gummibärchenlimonadefabrik ganz viele Eier ins Nest, äh Netz! … wir verzichten ausnahmsweise gerne.

 

 

Blasenleiden – zur Politik der EZB

sauerundkohlmittext

Blasen sind ein spannendes Phänomen. Besonders, wenn sie platzen. Wie man besonders schöne und unnütze Blasen produziert, zeigt uns die EZB. Argumentiert wird damit, dass wir unbedingt eine höhere Inflationsrate brauchen. Das ist Quatsch. Aber die niedrigen Zinsen verhindern (hoffentlich), dass die hoch verschuldeten Länder in Süden Europas Pleite gehen, vulgo „die Grätsche machen“. Es ginge auch anders. Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik nennt man sowas. Aber das ist seit den 80ern aus der Mode.

Beim Begriff „Blasen“ handelt es sich um ein Homonym, ein Wort mit mehreren Bedeutungen.
Das Verb „blasen“ steht zum Beispiel zum einen für eine beabsichtigte Gas- oder Sauerstoffzufuhr. Auch ein Instrument wird durch „blasen“ zum Klingen gebracht. Man verwendet ja, Ihnen sicherlich bekannt, die Formulierungen „das Licht ausblasen“, „Trompete blasen“ …
Das Verb „Blasen“ wird weiter umgangssprachlich für Oralverkehr synonym zu „fellationieren“ verwendet. Hierauf wollen wir in dieser kleinen Abhandlung allerdings nicht genauer eingehen.
Eine andere begriffliche Deutung soll heute Kern unserer Betrachtungen sein, nämlich
Die Blase
Als substantivisches Femininum verwendet, findet der Begriff „Blase“ oder der Plural „Blasen“ ebenfalls in unterschiedlichem Kontext Verwendung. Wir werden uns hier vom Konkreten zum Abstrakten vorarbeiten und beginnen mit den uns Allen schmerzlich bekannten Blasen, die sich entweder durch Reibung oder Hitzeeinwirkung an Händen und Füssen bilden.
Ich spreche hier zum einen die klassische Wanderblase an, die sich vor allem an Füssen bildet, ihren Standort aber – hier täuscht der Name – nicht wechselt. Ich möchte auch die Brandblase nicht unerwähnt lassen, die vor allem in der Nähe von Herdplatten und anderen Feuerstellen ihr Unwesen treibt.
Wie wir hier sehr schön sehen können, wird der Begriff „Blase“ im substantivischen häufig konkretisierend ergänzt, einmal durch den Entstehungskontext „Wandern“ oder schöner „Brand“, eine durch eine Verbrennung der Haut entstehende Blase, oder durch das die Blase beinhaltende Material, ich nehme hier als Beispiel die Luft-, Wasser, Gas- oder Harnblase.
Der Bezug zur Harnblase ist wahrscheinlich auch der Grund, warum bei der Suche nach „Blase“ bei http://www.duden.de kontextuell einschlägig Werbung für Produkte zur Reduzierung nächtlichen Harndrangs angezeigt wird. Aber auch dies führt uns heute nur weg vom Fokus unserer Betrachtungen.
Beschäftigen wir uns nun mit einer interessanten Sonderform der Blase, der Spekulationsblase. Dieser Begriff beschreibt, ich zitiere „einen überkauften Markt – in der Regel im Börsen-, Rohstoff- oder im Immobilienbereich -, der sich von der realen Wirtschaftsentwicklung völlig abkoppelt.“ Zitat Ende 1) . Intellektuell etwas verstiegener formuliert, reden wir im ökonomischen Sinne von Blasenbildung im Falle einer „Abweichungen eines Assetpreises (Asset) von seinem Fundamentalwert, in Modellen mit rationalen Erwartungen verursacht durch Verletzung der Transversalitätsbedingung.“ZitatEnde2).
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1) http://de.mimi.hu/borse/spekulationsblase.html
2) Weerth, Carsten Dr; Spekulative Blase, in Gabler Wirtschaftlexikon http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/spekulative-blase.html
Blasinstrumente

Bei den Blasinstrumenten unterscheiden wir Holz- und Blechblasinstrumente. Auch der Blasebalg und das zur Seifenblasenerzeugung häufig benutzte „Pustefix“ können durchaus als Blasinstrument bezeichnet werden.
Blasinstrumente sind weiterhin die Instrumente der Europäischen Zentralbank. Die EZB, ihr voran der Meisterbläser Mario Draghi, ehemals Goldman Sachs Manager und Chef der italienischen Zentralbank, kauft von den Banken Staatsanleihen im Wert von zukünftig monatlich 80 Milliarden Euro. Die bisherigen 60 Milliarden pro Monat hatten nicht gereicht um die Geldmengen im Euroraum wunschgemäß und hinreichend aufzublasen und eine Inflation von 2 % im Euroraum zu erzeugen. Diese Inflation ist wichtig, weil die Leute bei mehr Inflation mehr konsumieren. So jedenfalls die Theorie, die in einigen Aspekten so unsinnig ist, dass ich gar nicht weiter darauf eingehen will.
Es ist aber davon auszugehen, dass die EZB den Banken wohl vornehmlich die Staatsanleihen abkauft von denen sich die Banken gerne trennen. Sowas nennt man umgangssprachlich ein „Schrottpapier“. Das wäre vorstellbar und toll für die Banken. Dafür sollen die Banken dann Unternehmen mehr und billigere Kredite geben. Da freuen sich die Banken und die Länder mit den nicht ganz so attraktiven Staatsanleihen und die Unternehmen.
Außerdem senkt der Herr Draghi den Leitzins auf NULL. Das bedeutet, dass Banken von der EZB Geld für lau haben können und das dann weiterverleihen. Und das ist schön für die Banken und die Unternehmen und alle sollen sich nochmal freuen.
Auch wenn sich alle freuen, scheint das alles mit der Inflation aber nicht so richtig zu funktionieren, weil die Unternehmen die billigen Kredite scheinbar nicht wollen. Vielleicht, weil sie nicht wissen in welche Produkte sie investieren sollen, weil die Leute nicht so viel kaufen, wie sie sollten. Oder weil die Banken mit dem Geld, das sie da so billig bekommen, lieber an die Börse gehen und dort mit an den Finanzblasen rumbasteln zu denen wir weiter unten noch kommen.
Obwohl das so ja auch nicht stimmt, dass die Leute so wenig kaufen. In Deutschland haben wir, glauben wir den sogenannten Experten, seit Jahren ein in nicht unerheblichem Maß durch den privaten Konsum gestütztes Wirtschaftswachstum. Bei geringer Arbeitslosigkeit und einem eher stabilen Bundeshaushaushalt. Und jetzt investieren die Deutschen umso mehr in Immobilien, wenn sie sich `s irgendwie leisten können. Die werfen noch Renditen ab und werden immer mehr Wert. Die Mieten sind ohnehin schon hoch genug und steigen weiter, weil die Immobilien ja immer teuerer werden und weil man ja seine Rendite, früher hieß das mal Mietzins, haben will. Die Mieter freuen sich also nicht.
Wer also irgendwie kann, nimmt für wenig Prozent Zins und mit geringen Sicherheiten Geld auf und kauft sich eine oder eine weitere Immobilie(n). Entweder, weil er keine Miete mehr zahlen will oder kann oder, weil er noch reicher werden möchte. Das war in den USA vor gut 10 Jahren auch schon mal so. Freddie Mac und Fannie Mae. – Sie erinnern sich vielleicht. Wenn man immer leichte ohne Sicherheiten Schulden macht und Immobilien kauft, weil zu viel Geld im Markt ist, nennt man das dann eine Immobilienblase. Die wird dann größer, weil man für sein Sparbuch ja keine Zinsen mehr kriegt und deshalb lieber Wohnungen kauft. Oder man zockt an der Börse. Weil alle Häuser und Aktien kaufen, steigen dann die Preise und die Kurse.
Und wieder freuen sich erstmal alle, außer den Mietern und denen, die nicht mit an der Börse spekulieren und für ihr Geld keine Zinsen kriegen oder irgend so eine doofe Rentenversicherung oder eine andere Altersvorsorge haben, die nichts abwirft.
Bumm!
Irgendwann ist die Immobilien- und Finanzmarktblase dann richtig fett und groß. Dann findet irgendein Großanleger das alles übertrieben und steigt aus. Die Kurse fallen, man guckt mal genauer auf die Risiken, noch einer steigt aus. Oh mein Gott, da haben ja Menschen fast ohne Sicherheiten Kredite … und die Kurse fallen.
Wenn die Blase platzt, werden die Banken als „systemrelevant“ oder wahlweise „too big to fail“ bezeichnet werden, in nicht unerheblichem Maße gerettet. Die Kurse fallen weiter und die Leute lassen ihre Immobilien zwangsversteigern. Alles rennet, rettet, flüchtet. Freuen tut sich dann keiner mehr. Im Euroraum nicht und auch woanders.
Insgesamt ist das mit d e m Euroraum ja ohnehin so eine Sache: Die Briten wollen ja eh lieber ganz raus aus der EU, haben keinen Euro und wollen bereits seit den 80er Jahren ihr in die EU investiertes Geld zurück. Die Dänen haben auch keinen Euro. Polen, Ungarn, Bulgarien profitieren wirtschaftlich deutlich von der EU, haben aber auf eventuell daraus erwachsende Verpflichtungen, wie zum Beispiel die Aufnahme von Flüchtlingen oder Pressefreiheit, wenig „Bock“.
Spanien, Italien, Griechenland und Portugal haben eine hohe Arbeitslosigkeit und eine hohe Staatsverschuldung. Sie würden gerne Kredite aufnehmen, dürfen aber nicht, weil sie schon genügend Kredite haben. Die 35 % bis 50 % der Bevölkerung in diesen Ländern, die jung und arbeitslos sind oder die über 10 bis 25 %, die in diesen Ländern insgesamt arbeitslos sind, sind ja vielleicht auch für die Konsumzurückhaltung verantwortlich im Euroraum. Häufig kaufen Menschen, die nichts besitzen, kein Einkommen und eine unsichere Zukunft haben, wenig. Vielleicht sind diese Menschen ja verantwortlich dafür, dass die Unternehmen nicht wissen in welche Maschinen sie investieren sollen und deshalb von den Banken kein billiges Geld wollen.
Oder vielleicht sind es ja auch die Staaten, die sparen müssen und für Unternehmen keine Aufträge haben.
Während der Herr Draghi also die ganze Zeit Geld ins Angebot pumpt und das offensichtlich nicht so richtig funktioniert wäre eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik ja vielleicht eine nette und blasenfreiere Idee. Bei 750 Millionen EU Bürgern und 960 Milliarden Investitionsvolumen könnte man doch durchaus einen netten Stimulus setzen, – nachfrageseitig.
Das was der Herr Draghi da aktuell mit seiner EZB macht, soll, glaubt man der „Wirtschaftswoche“ , seit den 80er Jahren in Japan schon nicht funktionieren. Dann macht es ja auch nicht so viel Sinn, das alles weiter zu machen und noch einen drauf zusetzen, oder?