Der Mensch als Nutztier – Warum Staatssekretäre keine Eier legen

Stolzerfüllt präsentieren Sauer und Kohl einen weiteren Gastautor! Bronsky Landmann mit seinem Beitrag: Der Mensch als Nutztier

Mit Bronsky Landmann, unserem Spezialisten für Mensch und Tier, kommen wir der wirklichen Welt wieder einen wesentlichen Schritt näher!

Bronsky Landmann, Referent bei Bauernverband Mittelfranken,  (Bild folgt) erklärt uns heute eine weitere Facette des Menschen: Seine Eignung als Nutztier.

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Bronsky Landmann Unser Fachmann für Nutztierhaltung

Grundsätzlich legt der Mensch keine Eier. In der Regel hat er außerdem keine Federn und wird zur Gattung der Säugetiere gezählt. Die Ähnlichkeiten mit dem Huhn halten sich also in Grenzen: Der Mensch gackert selten,  Mensch und Huhn können nicht fliegen.

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Vom Huhn – wir konzentrieren uns heute auf das Legehuhn, mit dem Brathuhn beschäftigen wir uns später –  wissen wir aus dem frühen deutschen Schlager, dass es niemals ins Büro muss, nicht viel zu tun hat, außer Eierlegen, und seine Produktionsleistung besonders gerne am Sonntag erbringt, weil es da „sogar 2“ Eier legt. Auch hier ähnelt das Huhn dem Menschen nicht.

Das Huhn muss häufig unter wenig erbaulichen und beengten Bedingungen leben und produzieren. Das nennt man Legebatterie  oder Massentierhaltung. Auch der Mensch produziert und lebt mitunter in wenig erbaulichen Bedingungen. Das heißt dann Großstadt (beengt) oder Callcenter (beengt und wenig erbaulich). Von Massenmenschhaltung wird hingegen eigentlich nie gesprochen.

In der Großstadt verbringt der Mensch seine Zeit mit U-Bahn fahren, im Stau stehen und der Pflege seiner Neurosen. Ob Hühner Neurosen haben, ist nicht bekannt, aber bei den dargestellten Arbeitsbedingungen wahrscheinlich. Das Huhn reagiert auf die Arbeitsbedingungen dadurch, dass es Feder verliert. Das kann der Mensch nicht, weil er keine hat. Er streikt gegebenenfalls oder bekommt einen burn out.

Während das Huhn vom Menschen ausgebeutet wird, beutet sich der Mensch nicht mehr selbst aus. Das war früher und hieß“ Manchesterkapitalismus“. Heute wird der Mensch als Produktionsfaktor effizient eingesetzt.

Das ist etwas grundlegend anderes, wird auch  als „optimale Allokation der Ressourcen“ bezeichnet, und ist richtig, weil es wirtschaftlich rational ist.

Wenn ein Huhn keine Eier mehr legt, bekommt es einen Stromschlag und wird dann weiterverwertet. Der Mensch kann unter eher normalen Bedingungen so bis sechzig  arbeiten, muss dann aber weitermachen wegen der Rente. Einen Stromschlag bekommt er nach Ende seines Produktionslebens bisher nicht.

Auf Stress reagieren Mensch und Huhn  gerne mit Herzversagen. Beim Huhn ist das schlecht wegen der Produktionsleistung, die dann unerwartet abbricht. Beim Menschen ist das wegen der Rentenkasse und aus volkswirtschaftlicher Sicht ein sehr interessanter Weg.

Grundsätzlich hat das Huhn eine sehr kurze Ausbildungszeit. Es beherrscht die auszuübende Tätigkeit früh und ohne Anleitung. Beim Menschen erfordert es hingegen eine kostenintensive und lange Anlernphase bis er, sagen wir mal, als Staatssekretär oder Gartenbaugehilfe seiner Tätigkeit nachgehen kann.

Der Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt ist bei Hühnern und Gartenbaugehilfen unzweifelhaft. Auch bei Staatsekretären ist bekannt, dass sie keine Eier legen können und fast immer in Großstädten leben. Die  Bewertung ihrer Produktionsleistung wird zumeist postum vorgenommen und fällt in der Regel ernüchternd aus. Im Gegensatz zu Huhn und Gartenbaugehilfe geht der Staatssekretär früher in den Ruhestand oder in die freie Wirtschaft. Dort wirkt er unter hohen Bezügen netzwerkend und heilsbringend.

Während ein Huhn so circa 280 Eier pro Jahr legt, schafft ein Staatssekretär in diesem Zeitraum durchschnittlich 160 Aktennotizen und die Mitwirkung an zwei Gesetzesvorlagen1).

In Deutschland gab es 2016 ca. 40 Millionen Hühner, die immer mehr in Bodenhaltung und weniger im Käfig arbeiten und 12 Milliarden  Eier legten. Laut dem Bund der Steuerzahler gibt es aktuell 33 Parlamentarische Staatssekretäre und weiter eine  ganze Reihe beamteter Staatssekretäre, die  in Großstädten leben.  Diese stehen sich laut dem Bund der Steuerzahler ständig gegenseitig im Weg und das führt zu „Rangeleien und Komplikationen“ und ist außerdem teuer.  Eine Käfighaltung bei Staatssekretären könnte derartige Rangeleien vermeiden helfen, ist aber dennoch nicht vorgesehen.

Die meisten Staatssekretäre gibt es in Berlin. Das ist aber nicht der Grund, warum Berlin besonders arm, nachlassend sexy und führend im Bereich vergeigter Großprojekte  ist; könnte zur Erklärung aber signifikant beitragen.  Ab September gibt es in Berlin auch noch mehr Bundestagsabgeordnete, die nicht in Käfighaltung gehalten werden, keine Eier legen und auch mitunter neurotisch sind. Auch bei Neurosen liegt Berlin deutlich vorn. Dafür gibt es in Berlin auffallend wenig  Hühner. Brathühner gibt es dort schon, aber damit wollen wir uns, wie bereits oben gesagt, später beschäftigen.

Vgl.: Bong, Hans-Jürgen: Die Leistungsbeurteilung bei Staatssekretären; Schriftenreihe für das gesamte Formularwesen, 11/2015; S. 233 bis 235

Wir wissen wie Welt geht

Die SPD sucht ihren Markenkern

April 2017: Und wieder sucht die SPD ihren Markenkern. Kurzzeitig glaubte man der große (eigentlich der kleine) Charismatiker Martin Schulz würde im Alleingang die sozialdemokratische Welt retten.

Dann hat man sich aber statt für „Gerechtigkeit“ für eine möglichen Koalition mit der FDP entschieden und das war`s: Gerechtigkeit – noch dazu soziale – und die FDP ? Schon gehen den Umfrageergebnissen der Sozen die Luft aus und die Kanzlerin ist im direkten Vergleich wieder vorne.

Selber Schulz! Wenn man`s sowieso ganz sicher verkacken will, weil das mit dem Regieren ja auch echt schwierig ist, hätte man ja auch Hein Blöd zum Kanzlerkandidaten machen können. SAUERUNDKOHL gehen in die Politikberatung!

April 2016: Die SPD ist auf der Suche nach ihrem Markenkern. Sie scheint ihn verloren zu haben.

Gemerkt hat sie das daran, dass sie keiner mehr wählt,- zumindest nicht mehr viele, wenn nicht Persönlichkeiten wie Malu Dreyer den Markenkern ersetzen.
Die brand essence – wir bewegen uns ja hier im amerikanisch geprägten Marketing – ist „ a phrase that communicates the fundamental nature of a trade name …“ – A h ja: „A phrase“ und hat viel mit der unique selling proposition (USP) zu tun. Also damit, wie man sich am besten verkauft..

Parallel dazu merkt die ehemalige Partei der kleinen Leute jetzt, dass die unter einer SPD geführten Regierung durchgezogene Rentenreform bei den kleinen Leuten in wachsendem Maß zu Altersarmut führt und, dass ein immer stärkeres Auseinanderklaffen von Arm und Reich auch nicht gerade ein gelungener Leistungsnachweis für eine Partei ist, die früher mal für den „sozialen Ausgleich“ stand.

Mitunter hört man, dass mit dem Aussterben der Arbeiterklasse auch das Klientel der SPD und dann eben, als Spätfolge, die SPD selbst fast zwangsläufig den Löffel abgeben musste. Allerdings sind nur aus der geringsten Zahl von Arbeitern Couponschneider und Manager geworden: Die meisten arbeiten weiterhin,- jetzt in Call Centern und verdienen am „Dailer“ wie sprechende Legehennen ihr Geld im Accord oder verpacken für Internetkonzerne, die es tunlichst vermeiden, in den Ländern, von deren Kaufkraft sie profitieren, Steuern zu zahlen. Da wären doch ein paar USPs ?

Die brand management Berater haben hier ein breites Aufgabenfeld und schon lange die ersten Vorarbeiten geleistet, denn das Gespenst des Markenkerns geht schon länger um in der SPD.

In einem Papier aus dem Jahr 2010 der Kommission Grundwerte der SPD

https://www3.spd.de/spd-webapp/servlet/elementblob/10525599/content

konstatieren die Verfasser schon „Die SPD bleibt Volkspartei“. Weiter schreibt die Kommission Grundwerte damals schon

„Die Verteilungsspielräume einer expansiven Sozialstaats- und Staatsinterventionspolitik, die von den fünfziger Jahren bis Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Grundlage einer politischen Integration aller Gesellschaftsschichten durch Teilhabe am wachsenden gesellschaftlichen Reichtum war, sind entfallen und flexiblen, oft prekären Berufswegen gewichen. Die Kürzung sozialstaatlicher Leistungen verstärkt den Eindruck einer einseitigen Abwendung der Volksparteien vom Sozialstaatskonsens.“ Und weiter:
„Die unteren Schichten sind weiterhin der materiellen und sozialen Verschlechterung ihrer Lage ausgesetzt. Die Verluste der Volksparteien rühren vom Verlieren und Verfehlen dieser Wähler Schichten her.“

Folgende Schlüsse werden daraus gezogen

– „Die SPD muss wieder parteiischer werden“ … (das ist ihr seit 2010 nicht gelungen)
– „Vor allem streichen wir das Wort „alternativlos“ aus unserem Wortschatz!“ (Das auch nicht)

Es folgen noch die Punkte 3 und 4, die auch nicht viel erhellender sind, als die Erstgenannten.
Danach analysiert die Kommission Grundwerte erstmal – marketingtechnisch durchaus korrekt – ihren Markt. Welche Zielgruppen gäbe es denn? Wie groß sind diese? Wie kann man diese identifizieren und ansprechen? Bei der Zielgruppenansprache und der Kommunikationspolitik wird es dann aber schon eher vage …
Konsequent folgen wird sicher ein rebranding, eine Neudefinition des USP, eine SWOT Analyse, Vision, Mission und Strategie (besser strategy) werden erneuert (reshaped). Auf den roll out darf man darf gespannt sein, kann es aber auch lassen.
Die SPD scheint die Werte verloren zu haben, die Sie fast 150 Jahr begleitet haben. So, als wäre für diese Werte kein Platz mehr, denn, noch ein Zitat aus dem Papier der Kommission :
„Die Internationalisierung von Kapital und Wirtschaft setzt nationale Regelungen in Sozial- und Beschäftigungspolitik nachhaltig unter Druck.“ Und diesem Druck hat die SPD in beeindruckender Weise n i c h t Stand gehalten.
Stattdessen hat sie jetzt einen Markt zu bearbeiten.

Sex attack – was für ein Titel!

Jeder von uns wird täglich mit 3000 Werbebotschaften bombardiert. Als werbetreibendes Unternehmen, das eine dieser 3000 Werbebotschaften losschickt, hat man da ein Problem – gemäß Managementneusprech steht man vor einer Herausforderung: Wie erreicht man da Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Erinnerung der Werbebotschaft, wie kommt man ins relevant Set der Zielgruppe ?
Die Lösung seit jeher: Sex sells! Das funktioniert manchmal gut und sogar sinnvoll, wenn Sex zum Produkt passt. Das gilt zum Beispiel für die „Ich mach`s mit“ Kampagne der Aids Stiftung. Insbesondere die Hersteller filigran gearbeiteter Damenunterwäsche tragen hier mit ausgezeichneten, gut fotografierten Kampagnen dazu bei, das Unfallrisiko geschlechtsreifer, männlicher Autofahrer in der Nähe so genannter City light Poster signifikant zu erhöhen. Aber auch Sushi kann man mit dem Slogan „Ich bin rollig“ bewerben.
Nicht schön, aber geht noch.

Abwegig wird es dann beim Landesamt für Vogelschutz in Bayern e.V., der mit dem schönen Slogan „MITVÖGELN“ neue Zeile (kleiner) „WIRD NÜRNBERG LEBENDIGER“ die Aufmerksamkeit des Vo!gelfreunds zu gewinnen versucht.Der Slogan ist zwar schon älter, die Kampagne aber immernoch hinreichend peinlich.
So startet man dann, gerade mal an der dritten Großflächenwerbung vorbeigefahren, sexuell aufgeladen in den Arbeitstag und weiß schon vor Arbeitsbeginn welcher Art von Tagträumen man später am Tag in einer langweiligen Besprechung nachgehen wird.
Gespannt darf man sein, was als nächstes passiert: Der ADAC wirbt mit dem Slogan „Wenn`s mal bummst!“ ? Der Verband der Kleinzüchter mit „Bei uns wird gerammelt“ ? Der Verband der Hundezüchter mit „Wir wollen Deine Möpse sehen ?“ oder die Edelkatzenschau Großgerau anlässlich der Jahresausstellung mit „ Jetzt! 200 Muschis !“.

Hauptsache, es verkauft!