Der „angemessene“ Gewinn

richtiger: Das unsinnige Gerede von „angemessenen“ Gewinn!

Stolzgeschwellt präsentieren Sauer und Kohl einen weiteren Gastbeitrag aus Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft. Wiederum begegnet er kritisch eine DER zynischen Vergriffsverwirrungen unserer lottrigwerdenden Gleichmachergesellschaft.

Vorhang auf! Bild ab und Auf die Plätze!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Leberecht Lottermann – unser Fachmann für ein Leben in Leistung und Gerechtigkeit

 

Wiederum ist es Leberecht Lottermann, unser Fachmann für ein Leben in Leistungsgerechtigkeit und Autor von Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft, der uns die Welt erklärt! Hier: Die hinterlistige Lüge vom „angemessenen“ Gewinn.

Dieser Begriff verdient allenfalls eine kurze Erwähnung. Es handelt sich auch hier um den Versuch der moralinsüßen, terminologischen Verwässerung eines eindeutigen Zielsystems durch selbsternannte Wirtschaftsethiker und anderer, an den Gestaden befremdlicher Grenzwissenschaften gestrandeter, verwirrter Geister.

Der Begriff „Angemessenheit“ postuliert,  schier demagogisch, der von Unternehmen erzielte Gewinn sei mitunter „falsch“, zumeist „zu hoch“, bemessen . Spätestens seit Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird immer wieder versucht derart  fadenscheinige, nicht operationalisierbare Begriffe in die Wirtschaftstheorie einzubringen. Junge Manager und Nachwuchswissenschaftler sollen hierdurch nachhaltig verunsichert und vom rechten Weg abgebracht werden.

Ausgehend von der Unterstellung, es gäbe einen Konflikt zwischen der unternehmerischen Gewinnerzielung und anderer, gleichbedeutender Interessenlagen werden auch hier wieder  wachsweiche Abwägungsentscheidungen zwischen Gewinnerzielungsinteresse und der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt gefordert. Eine ruchvolle und hinterhältigeTechnik, die wir bereits wiederholt in unseren Ausführungen entlarven konnten.

Nur eine konsequente Ausrichtung sämtlicher Bemühungen am wirtschaftlichen Wohlstand ermöglicht es doch, andere, nachgelagerte Interessenlagen in unserer Gesellschaft überhaupt am Rand wahrnehmen, ja, unter Umständen sogar berücksichtigen zu können. Würde eine Volkswirtschaft feige das Knie vor diesen „gleichbedeutenden“ Interessenlagen beugen, seien sie nur arbeitnehmerrechtlicher, ökologischer oder sozialer Natur, wären wir in kürzester Zeit zurückversetzt in ein überreguliertes frühmittelalterliches Ständewesen in welchem dem aktiv gestaltenden Unternehmer sofort Folter und Bäckertaufe drohten!

Lediglich einer Gruppe grün-alternativer Kartoffelkäfer in Menschengestalt mag ein derartiges Gesellschaftssystem aus drogenkonsumbedingt-träger Innovationsfeindlichkeit und mangelnder Hygiene als „beste aller möglichen Welten“ gelten.

Wir weisen derartige Gleichmacherei entschieden zurück. Froh sein soll der, für den, leistungscheu  in seiner Hängematte liegend, etwas übrig bleibt, das andere im  Schweiße ihres Angesichts tapfer erarbeitet haben! Abscheulich und widerwärtig, dann auch noch zu fordern!

Saumäßig sauer auf Apple !

Sauer läßt einen Apple Fehler reparieren und wird ver-appelt.

sauerundkohlmittext

Sauerundkohl

April 2017: Sauer hat ein Apple iphone S6 . Das S6 hat einen kaputten Akku – Produktionsfehler, sagt Apple. Da hat Apple ein Problem, könnte man meinen.

Stimmt aber nicht: Sauer hat ein Problem! Sauer braucht sein Handy und  in den nächsten 4 Wochen hat Apple blöderweise gerade mal  keine „autorisierten“ Ressourcen für die Reparatur. Vielleicht, weil es zu viele kaputte Akkus sind, was wiederum eigentlich das Problem von Apple ist/ wäre.

Ein Austauschgerät  gibt es auch nicht.

Da Sauer das Handy wegen einer Auslandreise braucht, lässt er es woanders reparieren – geht am nächsten Tag – komisch, die Anderen haben Ressourcen – und dann ab ins Ausland.

Nach seiner Rückkehr  fragt  Sauer bei den netten Call Center Leuten von Apple in Irland an, wie er die Kohle für die Reparatur wiederkriegt, schließlich war das ja ein Apple Produktionsfehler.

Die netten Call Center Leute von Apple in Irland sind auch total betroffen und wollen ganz wahnsinnig helfen und fragen auch nochmal beim Chef nach. Helfen können (wollen oder dürfen) sie aber nicht: Sauer kriegt die Kohle für die Reparatur nicht erstattet.

Begründung: Selber Schuld. Hättest ja warten können, bis Apple so weit ist, (Depp)!

Außerdem weist man Sauer darauf hin, dass er jetzt keine Garantie mehr hat für sein S6, weil der Akkuaustausch ja unautorisiert gelaufen ist.

Jetzt ist Sauer sauer und fühlt sich extrem verkohlt, nein verappelt, eigentlich verarscht.

Apple ist fein raus: Der Meister des eleganten Designs liefert zwar einen unelegant – steinzeitlichen Service, das aber zu minimalen Kosten und wälzt seine Probleme sauber auf seine Kunden ab:

Außen hui und innen faul!

Und wir rufen Apple den geilen Satz von ihrer Website zu:

„Alles, was Du machst, machst Du besser“ – gilt leider nicht für Euren Service!

Wenn das da draußen jemand liest: Sauer und Kohl würde gerne wissen, ob Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt!

Abscheulich: NEID! Neues aus der Welt der niederen Beweggründe!

Auch heute erklärt uns Leberecht Lottermann, unser Fachmann für ein Leben in Leistungsgerechtigkeit, wieder ein Stück Welt: Den Neid und seine gastigen Ursachen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Leberecht Lottermann

Neid ist ein in unserer Gesellschaft weit verbreitetes und kategorisch abzulehnendes Phänomen.

Neid bedeutet, dass man gerne das hätte, was der Andere hat. Grundsätzlich hat der Andere das, was er hat, ohnehin nicht verdient. Deshalb sind, laut Sartre, die Anderen auch immer die Hölle.

Am weitesten verbreitet ist der Neid auf Vorstandsgehälter. Vorstände, allen voran die Vorstandsvorsitzenden, arbeiten  400 Tage im Jahr und 180 Stunden in der Woche. Sie haben einen Blutdruck von mindestens 280 zu 200 und eine durchschnittliche Lebenserwartung von 44 Jahren. Es werden aber durchaus auch ältere Exemplare gesichtet.

Der durchschnittliche Vorstandsvorsitzende muss 3 Ex-Ehefrauen mit durchfüttern, mehreren Kindern aus mehreren Ehen teure Internate finanzieren, sich mehrmals jährlich vor dem Aufsichtsrat und einmal vor der Hauptversammlung rechtfertigen, Reden für Ministerpräsidenten redigieren, Kanzler und -rinnen beraten und ist immer an allem Schuld und mit 1,5 Beinen im Knast.

Das nennt man Gesamtverantwortung.

Dies allein rechtfertigt schon ein siebenstelliges Gehalt. Vorstandsvorsitzende haben außerdem eine hohe gesellschaftliche Verantwortung für den Sharehold Value, dafür, dass es dem Diesel gut geht und dafür, dass wirtschaftliche Risiken optimal auf die SAllgemeinheit abgewälzt werden können. Energieversorger und Banken seinen hier als leuchtende Beispiele genannt.

Frauen sind in Vorständen selten anzutreffen. Allenfalls als Personalvorständin . Sie verdienen auch hier schlechter als ihre männlichen Kollegen und verletzen damit keine über Jahrzehnte etablierten Traditionen. Man ist Vorständinnen gegenüber deshalb weniger neidisch hinsichtlich der Bezüge, ist aber grundsätzlich skeptisch, was sie da oben im Vorstand überhaupt verloren haben und nennt sie dann Quotenfrauen.

Überlebt ein Vorstand sein Mandat wird er Aufsichtsrat oder Golfspieler. Er lebt dann vom kargen Ersparten und schreibt seine Memoiren.

Ein weiterer betriebswirtschaftlich relevanter Aspekt des Neids ist der Bandwaggon Effekt. Das bedeutet, dass man gerne kauft, was die Nachbarn haben. Das ist besonders schwierig, wenn man als Postbeamter zum Beispiel neben Christiano Ronaldo wohnt. Aber das kommt selten vor. Normalerweise bleibt man unter Seinesgleichen. Ronaldo bei Ronaldo und Postbeamte gibt es ohnehin kaum mehr.

Wenn man also immer mehr haben will als der Nachbar, lebt man in tätiger Unruhe. Diese wird als positive Konsumstimmung von den Wirtschaftswissenschaften geschätzt.

Wäre ja noch schöner, wenn man einfach mit dem zufrieden wäre, was man hat.

Faszination Sprache: Frühschoppen

Zur Zeit unserer Altvorderen war Frühschoppen eine schöne Möglichkeit sich am Sonntagmorgen die Kante zu geben. Das wurde als elementarer Bestandteil abendländischer Kultur verstanden.

Danach gings heim zu Mutti und den Kindern: Lecker Mittagessen und dann Sofaschläfchen.

Im Fernsehen gab es sogar den Internationalen Frühschoppen. Da hat dann ein Rudel Journalisten an besagtem Sonntagmorgen im Ersten bei Weisswein und vollen Studioaschenbechern die Weltlage diskutiert. Je nach Pegel sieht man die Weltlage

  • bis ca 1,1 Promille erregt und erhitzt (Stufe 1)
  • ab 1,1 Promille machtlos und gelassen (Stufe 2) bei nachlassend präziser Artikulation

Bei einer Trinkgeschwindigkeit von 0,5 Litern (Weißwein) / Stunde ist die Stufe 2 bei einem Veranstaltungsbeginn um 10 Uhr so gegen 11 Uhr 30 erreichbar. Beschleunigt man dann weiter, führt dies häufig zu Appetitlosigkeit und Diskussionen mit Mutti, die vermieden werden sollten 1).

Auch heute hätten wir hinreichend Grund uns die Weltlage schön zu trinken. Wobei die Diktatur des Proletariats etwas anders, als wir das bisher kannten, aktuell ja vor allem in den USA wenig fröhliche Urstände feiert.

Innenpolitisch wird uns auch weiterhin eine große Koalition durch weitgehende Tatenlosigkeit sedieren. Auch hier sind Diskussionen mit Mutti wenig erfreulich und führen zu nichts, sodass  vor allem Bewältigung der Außenpolitik Alkoholunterstützung erfordert. Man hat ohnehin den Eindruck, der eine oder andere hätte sich bereits vor Amtsantritt blöd gesoffen.

Heute versteht man unter Frühshoppen, wenn man vor 10 Uhr 30 morgens schon beim Einkaufen ist.

  1. vgl. hierzu: Bolzky, Hanko: Alkohol als Instrument der politischen Willensbildung – ein Selbstversuch; in: Zeitschrift für den politischen Alltag, 34. Jahrgang, Heft 233, S. 34-39

 

Der Mensch als Nutztier – Teil 2: Das Brathändl

Bronsky Landmann begibt sich heute auf eine aufregende Expedition in den Arsch unserer Gesellschaft!

Im Sommer tauscht der Mensch gerne die Enge der Großstadt mit der Enge des Hotelzimmers am Urlaubsort. Zwischendrin geht es auf Autobahn und Flughafen eng zu.

figur3

Bronsky Landmann Unser Fachmann für Nutztierhaltung

Er begibt sich am Urlaubsort an den Strand, beschmiert sich mit bräunungs-fördernder Flüssigkeit und bräht sich, Reihe an Reihe mit seinen Artgenossen, kross.

Ein ähnliches Schicksal erlebt auch das Brathuhn. Allerdings postum. Es wird Reihe an Reihe, Kopf an Hals mit einen bräunungsfördernden Flüssigkeit bepinselt und bei hoher Hitze braun gebraten. Dem Menschen bleibt die hierzu erforderliche  Bastonade erspart. Er bräht nicht am Spieß. Die Rücken-an-Hals Reihung, das sogenannte Brownnosing, erlebt er ohnehin täglich in seiner Arbeitswelt. Das nennt man Karriere machen.

Dem Huhn ist das braun werden eigentlich egal, denn es ist zu diesem Zeitpunkt tot. Dem Menschen ist das braun werden wichtig, denn das ist schön, wirkt sympathisch und sexuell attraktiv und dokumentiert, dass man sich einen ordentlichen Urlaub leisten kann.

Irgendwann kommt der Mensch wieder nach Hause. Er tauscht Badehose, Socken und Sandalen wieder gegen Anzug und Krawatte; Bundesliga und Schule fangen wieder an.

Der Mensch begibt sich also, braungebrannt, Kopf voran wieder in den Arsch seines Chefs, was in Anbetracht der eigenen Bräune dann nicht ganz so sehr auffällt. Aus diesem Grund wird ein brauner Teint häufig als die Flecktarnung des Karrieristen fehlinterpretiert.

Auf dem Weg von der Arbeit  nach Hause kauft er sich dann hin und wieder zum Trost ein halbes Hähnchen.

nutztier3

Oh mein Gott! : Wir sind Colin Crouch auf dem Leim gegangen!

Sauer und Kohl entschuldigen sich (bei all denen, die unsere Kolumne ohnehin nicht lesen), denn wir haben Colin Crouch und das Buch „Postdemokratie“ gelobt.  Jetzt mussten wir von der Bertelsmann Stiftung erfahren: Das Buch ist böse und noch schlimmer: Populistisch!!!

sauerundkohlmittext

Sauerundkohl

Die Bertelsmannstiftung hat den Populismus untersucht. Populist ist man zum Beispiel, wenn man glaubt, dass es in diesem Land eine politische und ökonomische Elite, ein „Establishment“ gäbe, das das staatliche Handeln wesentlich bestimmt und Wahlen eigentlich nur wenig beeinflussen.  Groteste Idee! Ordentliche Menschen sehen das nicht so, sagt Bertelsmann. Die Bertelsmänner gehören vielleicht auch ein bisschen zum neoliberalen Establishment und sehen die Welt aus einer etwas anderen Perspektive.

Betrachtet man Banken- und Dieselskandal, das langweilige Dahinregieren der großen Koalition, dass es die Vermögenssteuer nicht einmal ins Wahlprogramm der SPD schafft,  und die zunehmende Spaltung von Arm und Reich, könnte man ja fast den Verdacht haben, da sei was dran am Einfluss des Establishments. Auch Colin Crouch, den wir für sein Buch „Postdemokratie“ mal ausdrücklich gelobt haben, sieht das  so und begründet das ausführlich, kriegt dafür sogar einen SPD-nahen Buchpreis (gut,- das macht uns wirklich etwas skeptisch) und  ist also ein mieser Populist.

Im Populismus sammelt sich das Böse: Jeder Art von Skepsis gegenüber Staat und Wirtschaft ist, so scheint es, populistisch.  Dann ist man ganz schnell mit den Neonazis im gleichen Topf. Deckel drauf auf basta!

Endlich wieder ein dummer Begriff damit dumme Leute  der Gefahr aus dem Weg gehen, differenziert (das ist das mit „pro und contra“) argumentieren zu müssen. Begriffe statt Inhalte.

Deshalb ist es Sauer und Kohl (und wahrscheinlich auch Herrn Crouch) ziemlich scheißegal  mit welchen Begriffen diese  Hohlköpfe um sich werfen.

 

Der Mensch als Nutztier – Warum Staatssekretäre keine Eier legen

Stolzerfüllt präsentieren Sauer und Kohl einen weiteren Gastautor! Bronsky Landmann mit seinem Beitrag: Der Mensch als Nutztier

Mit Bronsky Landmann, unserem Spezialisten für Mensch und Tier, kommen wir der wirklichen Welt wieder einen wesentlichen Schritt näher!

Bronsky Landmann, Referent bei Bauernverband Mittelfranken,  (Bild folgt) erklärt uns heute eine weitere Facette des Menschen: Seine Eignung als Nutztier.

figur3

Bronsky Landmann Unser Fachmann für Nutztierhaltung

Grundsätzlich legt der Mensch keine Eier. In der Regel hat er außerdem keine Federn und wird zur Gattung der Säugetiere gezählt. Die Ähnlichkeiten mit dem Huhn halten sich also in Grenzen: Der Mensch gackert selten,  Mensch und Huhn können nicht fliegen.

nutztier1

Vom Huhn – wir konzentrieren uns heute auf das Legehuhn, mit dem Brathuhn beschäftigen wir uns später –  wissen wir aus dem frühen deutschen Schlager, dass es niemals ins Büro muss, nicht viel zu tun hat, außer Eierlegen, und seine Produktionsleistung besonders gerne am Sonntag erbringt, weil es da „sogar 2“ Eier legt. Auch hier ähnelt das Huhn dem Menschen nicht.

Das Huhn muss häufig unter wenig erbaulichen und beengten Bedingungen leben und produzieren. Das nennt man Legebatterie  oder Massentierhaltung. Auch der Mensch produziert und lebt mitunter in wenig erbaulichen Bedingungen. Das heißt dann Großstadt (beengt) oder Callcenter (beengt und wenig erbaulich). Von Massenmenschhaltung wird hingegen eigentlich nie gesprochen.

In der Großstadt verbringt der Mensch seine Zeit mit U-Bahn fahren, im Stau stehen und der Pflege seiner Neurosen. Ob Hühner Neurosen haben, ist nicht bekannt, aber bei den dargestellten Arbeitsbedingungen wahrscheinlich. Das Huhn reagiert auf die Arbeitsbedingungen dadurch, dass es Feder verliert. Das kann der Mensch nicht, weil er keine hat. Er streikt gegebenenfalls oder bekommt einen burn out.

Während das Huhn vom Menschen ausgebeutet wird, beutet sich der Mensch nicht mehr selbst aus. Das war früher und hieß“ Manchesterkapitalismus“. Heute wird der Mensch als Produktionsfaktor effizient eingesetzt.

Das ist etwas grundlegend anderes, wird auch  als „optimale Allokation der Ressourcen“ bezeichnet, und ist richtig, weil es wirtschaftlich rational ist.

Wenn ein Huhn keine Eier mehr legt, bekommt es einen Stromschlag und wird dann weiterverwertet. Der Mensch kann unter eher normalen Bedingungen so bis sechzig  arbeiten, muss dann aber weitermachen wegen der Rente. Einen Stromschlag bekommt er nach Ende seines Produktionslebens bisher nicht.

Auf Stress reagieren Mensch und Huhn  gerne mit Herzversagen. Beim Huhn ist das schlecht wegen der Produktionsleistung, die dann unerwartet abbricht. Beim Menschen ist das wegen der Rentenkasse und aus volkswirtschaftlicher Sicht ein sehr interessanter Weg.

Grundsätzlich hat das Huhn eine sehr kurze Ausbildungszeit. Es beherrscht die auszuübende Tätigkeit früh und ohne Anleitung. Beim Menschen erfordert es hingegen eine kostenintensive und lange Anlernphase bis er, sagen wir mal, als Staatssekretär oder Gartenbaugehilfe seiner Tätigkeit nachgehen kann.

Der Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt ist bei Hühnern und Gartenbaugehilfen unzweifelhaft. Auch bei Staatsekretären ist bekannt, dass sie keine Eier legen können und fast immer in Großstädten leben. Die  Bewertung ihrer Produktionsleistung wird zumeist postum vorgenommen und fällt in der Regel ernüchternd aus. Im Gegensatz zu Huhn und Gartenbaugehilfe geht der Staatssekretär früher in den Ruhestand oder in die freie Wirtschaft. Dort wirkt er unter hohen Bezügen netzwerkend und heilsbringend.

Während ein Huhn so circa 280 Eier pro Jahr legt, schafft ein Staatssekretär in diesem Zeitraum durchschnittlich 160 Aktennotizen und die Mitwirkung an zwei Gesetzesvorlagen1).

In Deutschland gab es 2016 ca. 40 Millionen Hühner, die immer mehr in Bodenhaltung und weniger im Käfig arbeiten und 12 Milliarden  Eier legten. Laut dem Bund der Steuerzahler gibt es aktuell 33 Parlamentarische Staatssekretäre und weiter eine  ganze Reihe beamteter Staatssekretäre, die  in Großstädten leben.  Diese stehen sich laut dem Bund der Steuerzahler ständig gegenseitig im Weg und das führt zu „Rangeleien und Komplikationen“ und ist außerdem teuer.  Eine Käfighaltung bei Staatssekretären könnte derartige Rangeleien vermeiden helfen, ist aber dennoch nicht vorgesehen.

Die meisten Staatssekretäre gibt es in Berlin. Das ist aber nicht der Grund, warum Berlin besonders arm, nachlassend sexy und führend im Bereich vergeigter Großprojekte  ist; könnte zur Erklärung aber signifikant beitragen.  Ab September gibt es in Berlin auch noch mehr Bundestagsabgeordnete, die nicht in Käfighaltung gehalten werden, keine Eier legen und auch mitunter neurotisch sind. Auch bei Neurosen liegt Berlin deutlich vorn. Dafür gibt es in Berlin auffallend wenig  Hühner. Brathühner gibt es dort schon, aber damit wollen wir uns, wie bereits oben gesagt, später beschäftigen.

Vgl.: Bong, Hans-Jürgen: Die Leistungsbeurteilung bei Staatssekretären; Schriftenreihe für das gesamte Formularwesen, 11/2015; S. 233 bis 235

KLASSENKAMPF!

Ein weiterer Gastbeitrag von Leberecht Lottermann, unserem Spezialisten für ein Leben in Leistungsgerechtigkeit !!!

Leberecht Lottermann, Herausgeber von Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft“ erklärt uns heute den Begriff „Klassenkampf“

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Leberecht Lottermann (Hrsg.)

„Klassenkampf“

Der Begriff „Klassenkampf“ ist ein Teil der Neidparole, die über 150 Jahre lang die Diktion unserer leistungsabgewandten Neidgesellschaft prägte,  gaukelt er doch wenig gefestigten und häufig ebenso wenig leistungsbereiten Zeitgenossen seit jeher vor, es gäbe Unterschiede zwischen sozialen Gruppen, die ungerechtfertigt und deshalb bekämpfenswert seien.

Seit Marx und Engels wird die Fahne dieses vermeintlichen Gerechtigkeitsdedusels, verbunden mit der grotesken Idee einer internationalen Arbeiterklasse, immer dann ins sozialpolitische Feld geführt, wenn es darum geht, den Leistungsträgern ans hart Ersparte zu gehen und „umzuverteilen“, sprich:

Raubend und brandschatzend, z.B. durch Vermögens-, Spitzensteuer und andere verballhornte Ideen den Faulen zu geben und den Strebsamen zu nehmen!

Doch spätestens seitdem sich die „Sozialdemokatische Partei Deutschlands“ unter Gerhard Schröder zu leistungsgerechten Weg bekannt hat, ist es mit dem paritätischen Gesäusel vorbei. Nur hin und wieder hebt ein barttragender Buchhändler oder ein vom Wege abgekommener Bankier zum leisen und auch nicht wirklich ernst gemeinten Winseln nach „Gerechtigkeit“  an, um die letzten labilen und debilen Wähler zu verschrecken, wird dann aber Flux durch einige verlorene Wahlen auf den von Diäten gepolsterten Kuschelplatz hinterm Herd zurück verwiesen.

Fassen wir es klar ins Auge:

Global ist der Wettbewerb und die internationale Arbeiterklasse hat nur eine Aufgabe: Als Produktionsfaktor funktionieren und konsumieren. Dann klappt es auch mit Eigenheim, Zweitwagen und dreimal im Jahr Urlaub. Ansonsten: Globalisierung! Und weg ist das kleine Glück und der Arbeitsplatz.

Das, meine sehr verehrten Damen und Herren, bedeutet „Klassenkampf“: Den Kampf des Produktionsfaktors Arbeit um das größte Stück vom Kuchen. An sonsten: Schnauze halten und dankbar sein!

Denjenigen, die immer wieder „mehr“ von den leistungstragenden Spitzen der Gesellschaft fordern sei zugerufen: Wir spenden genug!

DER MARKT – Leberecht Lottermann hilft!

Wiederum ist es uns gelungen, Leberecht Lottermann, den Herausgeber von „Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft“ zu einem Gastkommentar zu überreden. Diesmal hilft uns Herr Lottermann dabei ein „basic“ unserer Leistungs-gesellschaft besser zu verstehen: Den Markt!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Leberecht Lottermann

Auf dem Markt treffen Angebot und Nachfrage zusammen und gleichen einander gegenseitig aus. Dies führt zu Preisbildung und Wohlstand. Deshalb sind Märkte als zentrales Steuerungselement für eine Marktwirtschaft von erheblicher Bedeutung.

Es gab früher auch noch Planwirtschaft. Diese wurde im Rahmen der Wiedervereinigung 1989 abgeschafft, da sie zu suboptimalen Ergebnissen führte und zudem dazu neigt ein Überangebot an Kindertagesstätten aufzubauen und Mauern und Selbstschussanlagen zu errichten.

Marktwirtschaften produzieren auch Selbstschussanlagen. Das nennt man Rüstungsindustrie. In Marktwirtschaften werden diese Selbstschussanlagen seltener gegen die eigene Bevölkerung gerichtet sondern an andere Staaten verkauft, die diese dann wiederum gegen die eigene Bevölkerung oder die anderer Staaten richten.

Zu einer Überproduktion an Kindertagesstätten neigen Marktwirtschaften nicht. Das wäre nicht wirtschaftlich, sondern sozial und wird in modernen Industriegesellschaften zusehends vermieden.

Auf Märkten bilden sich Preise. Der Markt wird geräumt. Angebot und Nachfrage gleichen sich zu einem Preis x aus.

Dabei kann es sein, dass der eine oder andere Anbieter, weil zu teuer, seine Produkte nicht verkaufen kann, weil zum angebotenen Preis keine ausreichende Nachfrage existiert. Diese Anbieter nennt man Grenzanbieter. Sie müssen den Markt leider verlassen. Das nennt man dann bankrott.

Dieses Phänomen ist ähnlich auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten. Hier bieten die sogenannten Arbeitnehmer den Arbeitgebern  ihre Arbeitskraft an.

Ist man über 50 oder mangelhaft qualifiziert, wird dieses Angebot nicht angenommen. Das nennt man dann Arbeitslosigkeit. Der Arbeitnehmer steht hier mit seinem Angebot im Wettbewerb mit Maschinen, die die gleiche Arbeit verrichten können. Die Arbeitgeber suchen bei der Produktion von Waren und Dienstleistungen nach der“ optimalen Faktorkombination“ oder „optimalen Allokation der Ressourcen“ (G-> max).

Da kann es dann schon mal passieren, dass Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt werden. Maschinen werden nicht krank, gründen keinen Betriebsrat, haben keinen Urlaubsanspruch und erwarten auch keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wird menschliche Arbeit durch Maschinen substituiert, bezeichnet man das als Rationalisierung oder Industrie 3.0.. … oder 4.0 oder Wunder was dann kommt.

Die betroffenen Arbeitnehmer werden dann im Rahmen von Sozialplänen freigesetzt, mitunter wird auch noch das böse Wort „entlassen“ verwendet. Sie fallen dann, weil nicht leistungsbereit,  dem Sozialstaat zur Last. Dieser wird auch als soziale Hängematte bezeichnet, weil man dann Harz 4 bekommt nachdem man seine Lebensversicherung und das Eigenheim verkauft hat.

Es kann auch sein, dass ein Nachfrager auf dem Markt nicht zum Zuge kommt, weil er nicht bereit ist einen angemessenen Preis für das angebotene Produkt zu bezahlen. Dieses Verhalten nennt man Geiz oder Armut.

Trotz der oben beschriebenen, bedauerlichen Nebeneffekte sind Freiheit und Marktwirtschaft handlungsleitende Prinzipien auch der Politik. Grundsätzlich gibt es eigentlich nichts, was der Markt nicht optimal regeln kann, wenn man ihn nur lässt. Dafür müssen die Marktteilnehmer vor allem frei handeln können.

Den Staat braucht man eigentlich nur für Polizei, Feuerwehr, Straßenbau und zur Senkung von Unternehmenssteuern. Die neuere Volkswirtschafts-lehre, insbesondere die Chicagoer Schule, ist der Meinung, dass „der Markt“ Polizei, Feuerwehr und Straßenbau auch viel besser kann, als die Politik. Hieraus ergeben sich unter dem Stichwort Privatisierung und PPP (Public-Private-Partnership) neue und aufregende Betätigungsfeld für Betriebswirte, beispielsweise in der effizienzorientierten Neuausrichtung von Behindertenwerkstätten, Kindergärten und Krankenhäusern.

So denn! Ökonomen aller Länder! Eifrig voran!

Lasst uns nicht ruhen bevor der letzte Pflegeplatz optimiert, die letzte Kita rationalisiert, das letzte Krankenhaus leistungsoptimiert, die letzte Wohnungsbaugenossenschaft privatisiert  ist !

Pecunia non olet !!

GEWINN – was gibt es schöneres?

Ab jetzt hilft Leberecht Lottermann (Foto unten), Herausgeber von „Leberecht Lottermanns Lexikon der Leistungsgesellschaft“, uns dabei, die Welt zu erklären.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Leberecht Lottermann

Leberecht Lottermann ist Mitbegründer des „Instituts für Leistung und Sicherheit“ und ein intimer Kenner und Verfechter echter, freiheitlichen Ordnung. Kaum einer prangert die staatlichen Beschränkungen wahren Unternehmertums so offen an, wie er.

Leberecht Lottermann wird uns in seinen Gastbeiträgen die Augen öffnen für die wahre Welt der Wirtschaft. In seinem ersten Beitrag widmet er sich dem zentralen Element marktwirtschaftlicher Orientierung: Dem Gewinn. Der Betrag ist der aktuellen Ausgabe seines Lexikons entnommen.

Gewinn, der

aus Lottermann, Leberecht (Hrsg.): Lexikon der Leistungsgesellschaft; DD Verlag, 3. korr. und erg. Aufl.; Entenhausen, 2016

Eine zentrale Triebfeder marktwirtschaftlichen Handelns ist die Gewinnerzielungsabsicht bzw. das Ziel der Gewinnmaximierung. Der Begriff „Gewinn“ – Jahresüberschuss nach Steuern – und seine Bedeutung für das Wirtschaftsleben  wurde bereits in den vorangegangenen Beiträgen hinreichend würdigt.

Bei der Gewinnerzielung stören die Kosten, diese gilt es mit aller zur Verfügung stehenden unternehmerischen Entschlossenheit zu reduzieren, und mitunter der zu geringe Umsatz.

Eine Vorstufe des Gewinns, häufig auch als alternative Messgröße bezeichnet, ist das Ebitda „earnings before interest, taxes, depreciation and amortization“. Insbesondere in der Formulierung  „“before taxes“ erkennen wir geschulten Auges wiederum den schändlichen, unternehmerischen Leistungswillen grob hemmenden, fiskalen Einfluss. Die Phrase „before taxes“ bringt, wie kaum eine andere,  die Tragik unternehmerischen Handelns zum Ausdruck, versinnbildlicht den Sisyphos im modernen, unternehmerisch handelnden Manager:

Beseelt von übermenschlichem Schaffenswillen, schöpferischer und gleichzeitig zerstörerischer Kraft (Schumpeter) und dem uneigennützigen  Willen zur Volksbeglückung durch Konsum wird unseren Helden der Marktwirtschaft kurz vor dem Ziel (Jahresbilanz und Bonuszahlung/ Gewinnausschüttung)  die Frucht ihres nimmermüden Schaffens jäh vom Fiskus entrissen, der skrupellos und gierig, den zähnefletschenden Zerberus der Unternehmensbesteuerung auf unsere schon müde gewordenen Helden hetzt.

Die erpresste Beute wird dann dem trägen und opulent -verschwenderischen Sozialstaat übereignet, der schließlich, zum Zwecke die Wiederwahl der Regierenden, sein Füllhorn über die gesellschaftlichen Randgruppen vom Stamme Nimm ausschüttet. Während dem ich diese Zeilen schreibe, rieche ich förmlich Moder, Fäulnis und Dekadenz.

Ebenso wird eine große Zahl von Menschen, die Jahr für Jahr ihr kärgliches Erspartes in risikobehaftete Dividendenprodukte investieren um die Wirtschaftsentwicklung voran zu treiben durch Kapitalertrags- und Spekulationssteuer nahezu vollständig um den Lohn ihrer Arbeit gebracht.

Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass eine nicht unerhebliche Reihe unternehmerisch denkender Bürger und Bürgerinnen versucht derart schändlichen Machenschaften zu entgehen und gezwungen ist, entweder den eigenen Standort oder den ihrer finanziellen Mittel ins Ausland zu verlegen.  Häufig verwendet eine verleumderische, linke  Journallie im Kontext derartigen, verzweifelten Handelns den Begriff „Steuerbetrug“ oder „Steuerhinterziehung“. Tatsächlich handelt ich um einen verzweifelten Versuch sich der Nötigung durch eine staatlicher  Fiskalpolitik, die raubend und brandschatzend das Volksvermögen schleift, zu erwehren.

Die vordergründige und gewohnt unreflektierte Meinung einer kleinen Gruppe neidischer Schreiberlinge. Die Elite unseres Landes ist gezwungen ihr hart erarbeitetes Vermögen vor den Übergriffen eines dem Wahnsinn an Heim gefallenen, leistungsfremden  Verteil- und Sozialstaates zu schützen. Derartige Nötigungen sind es doch, die unsere Gesellschaft zusehens zerrütten, den Leistungswillen und die schöpferische unternehmerische Kraft der Spitzen unserer Gesellschaft  zum Erlöschen bringen.

Vergessen wir nie: Die Gewinnerzielungsabsicht ist Triebfeder, Mutterboden und handlungsleitende Maxime unseres gemeinsamen Wohlstands!